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Wolfgang Heubach
Pressesprecher des DRK-Kreisverbandes Böblingen e. V.


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DRK-Präsident Steindorfner fordert "Bündnis gegen Einsamkeit" und kündigt "Herzenswunsch-Mobil" an

Jubilare bringen es zusammen auf fast 3 000 Jahre Ehrenamt im Roten Kreuz

Auf die Bedeutung des Ehrenamtes für die Gesellschaft hat der Präsident des DRK-Kreisverbandes Böblingen, Michael Steindorfner, bei einer traditionellen Ehrungsveranstaltung seines Verbandes im Großen Foyer des DRK-Zentrums auf dem Flugfeld hingewiesen

 "Wir können damit immer noch mehr Hilfe, immer noch mehr Menschlichkeit in diese Welt bringen – in einer immer mehr Ich-bezogenen Welt ist dies ein großes Plus an Gemeinsinn und Solidarität für unsere Mitmenschen." Dieses Plus von uneigennützigem Engagement werde das Rote Kreuz auch künftig in großem Umfang bei den auf die Gesellschaft zukommenden neuen Aufgaben und Herausforderungen brauchen.

Im Herbst dieses Jahres wolle der DRK-Kreisverband Böblingen ein "Projekt der Menschlichkeit" starten: das „Herzenswunsch-Mobil“. Mit ihm soll Menschen, die vielleicht nur noch kurze Zeit zu leben haben, ein letzter Wunsch erfüllt werden – noch einmal da oder dort hinzukommen oder an etwas teilnehmen zu können. Auch dieses Projekt solle ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis umgesetzt werden. Auch hier hätten sich schon einige Personen an ihn gewandt, die dabei ehrenamtlich mitmachen wollen.

Ferner zeichne sich ab, dass Einsamkeit und Alleinsein ein immer größeres Problem für die Menschen darstellten. Steindorfner erwähnte in diesem Zusammenhang Zeitungsberichte der jüngsten Zeit, nach denen Alleinsein krank machen könne. Der Präsident verwies dabei auf eine jetzt veröffentlichte Studie der Universität Versailles, die dies bestätige. In der Studie sei untersucht worden, wie groß das Risiko Alleinlebender sei, krank zu werden. Dieses Risiko sei bis zum 2,5 fachen höher als bei sozial integrierten Menschen. In Großbritannien existiere seit Anfang April 2018 ein Ministerium für die Bekämpfung von Einsamkeit. Unter anderem gebe es hier soziale Aktivitäten auf Rezept. Solche sozialen Aktivitäten anzubieten, könnte auch eine Aufgabe des Roten Kreuzes werden, meinte Steindorfner. Ob Deutschland ein solches Ministerium brauche, sei einmal dahingestellt. "Eines braucht unsere Republik aber auf alle Fälle: mehr Engagement gegen Einsamkeit, ein Bündnis aus Politik und gesellschaftlichen Gruppierungen wie Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Sportvereinen und kulturellen Einrichtungen, die sich um dieses gravierende, die Gesundheit vieler Menschen schädigende Problem besser kümmern. Dabei ist das Gefühl, völlig allein zu sein, keine Frage nur des Alters. Wer keine Freunde, Familienangehörige oder gute Bekannte hat, ist arm dran, im Besonderen natürlich alte und kranke Menschen, die kaum noch ihr Haus verlassen können. Auch junge Menschen sind heute zwar online unheimlich gut vernetzt, leiden aber trotzdem oft nicht weniger unter schlimmer Einsamkeit. Ich denke, da kommt eine Aufgabe auf die Gesellschaft zu, die nie und nimmer mit staatlichen Ressourcen erledigt werden kann. Da dürften auch wir im Roten Kreuz gefordert sein, uns dieser Einsamkeit anzunehmen und soziale Aktivitäten zu entwickeln, die hier gegensteuern können. Für die Gesellschaft und damit auch für uns gibt es noch viel Luft nach oben, hier Gutes, Sinnerfülltes zu bewirken", unterstrich der Präsident des DRK-Kreisverbandes Böblingen.

"Ein Leben im Zeichen des Roten Kreuzes"

Geehrt wurden bei dieser Veranstaltung, die am Vorabend des Geburtstages von Henry Dunant, dem Gründer des Roten Kreuzes, begangen wurde, insgesamt 62 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für ihr jahrzehntelanges Wirken im Roten Kreuz. Darunter  fünf seit einem halben Jahrhundert, neun seit 55 Jahren, sieben seit 60 Jahren, vier seit jeweils 65 Jahren und zwei sogar seit sage und schreibe jeweils 70 Jahren. "Das sind Zahlen, die für sich sprechen. Zahlen, die unter Beweis stellen, dass sich hier Ehrenamtliche ein Leben lang im Zeichen des Roten Kreuzes engagieren. Zählt man die Dienstjahre aller 62 Jubilarinnen und Jubilare zusammen, so kommen wir auf insgesamt 2 890 Jahre ehrenamtlichen Engagements", sagte Präsident Steindorfner.

Ausgezeichnet wurden ferner zehn Persönlichkeiten, die sich im Ehrenamt besondere Verdienste um das Rote Kreuz erworben haben. Steindorfner unterstrich, die Jubilarinnen und Jubilare seien die Basis des gemeinsamen Wirkens im Roten Kreuz. Alle zu Ehrenden würden eine enorm segensreiche Arbeit für die Gesellschaft und die Mitmenschen leisten. Unter den Geehrten befanden sich der langjährige Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes und heutige Ehrenpräsident, Landrat a. D. Dr. Reiner Heeb, die frühere Kreisbereitschaftsleiterin, jetzige Ehrenkreisbereitschaftsleiterin und zwischenzeitlich zur Vizepräsidentin des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg gewählte Renate Kottke und Michael Steindorfner selbst.

Steigende Mitgliederzahlen

Erstmals im DRK-Zentrum begrüsste Michael Steindorfner die neue Präsidentin des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg, Barbara Bosch. An sie gewandt wies Steindorfner nicht ohne Stolz unter anderem darauf hin, daß im DRK-Zentrum auf dem Flugfeld Böblingen-Sindelfingen jährlich etwa 10 000 Menschen in Erster Hilfe ausgebildet, für die Rotkreuzgemeinschaften in ausreichender Zahl Gruppen- und Besprechungsräume zur Verfügung stehen sowie interne wie auch gesellschaftsrelevante Vortragsveranstaltungen durchgeführt würden. Und im Gegensatz zu vielen Kreisverbänden in Deutschland könne der DRK-Kreisverband Böblingen steigende und nicht sinkende Mitgliederzahlen vorweisen.

Das breite ehrenamtliche Engagment, das im DRK-Kreisverband Böblingen geleistet wird, ließ Michael Steindorfner, unterstützt durch einen eindrucksvollen Film, am Beispiel des landes- und bundesweit einmaligen Projekts "Dream Clowns" deutlich werden. Dabei sei traumatisierten Flüchtlingskindern und Jugendlichen wieder das Lachen gelernt worden. Doch ohne die große Zahl von Ehrenamtlichen wäre dieses Projekt nie zustande gekommen, sondern zum Scheitern verurteilt gewesen. Mittlerweile sei das Projekt auf die Kinderklinik und die Hospizarbeit ausgeweitet worden. 

Barbara Bosch, Präsidentin des DRK-Landesverbandes Baden-Württember, erklärte in einem Grußwort, die Jubilarinnen und Jubilare hätten dazu beigetragen, "damit die Welt etwas menschlicher wird". Es sei eine wunderbare Aufgabe, als Teil einer weltweiten Familie im Roten Kreuz tätig zu sein. Die Präsidentin des Landesverbandes - mit ihr ist erstmals eine Frau an der Spitze dieses Verbandes - lobte das Engagement der Ehrenamtlichen für die Gesellschaft. Sie würden - so ihr bildlicher Vergleich - nicht nur auf die Haut, sondern auch auf die Seele ein Pflaster legen. Unter Hinweis auf die von Michael Steindorfner erwähnten Dream-Clowns, den vorgeführten Film sowie das geforderte "Bündnis gegen Einsamkeit" und das "Herzenswunsch-Mobil" meinte Barbara Bosch,ständig neue Herausforderungen würden es erfordern, mit der Zeit zu gehen - auch auf technologischem Gebiet.

Die Ehrungsliste

Ehrenzeichen des Roten Kreuzes: Helmut Berner (Ortsverein Holzgerlingen/Altdorf).

Verdienstmedaille des Landesverbandes: Edmund Gneist (Holzgerlingen/Altdorf).

Ehrennadel in Gold des DRK-Kreisverbandes: Bärbel Seemann (Ehningen), Edgar Schäfer (Gärtringen), Renate Teufel (Magstadt), Dietmar Büchele (Weissach-Flacht).

Ehrennadel in Silber des DRK-Kreisverbandes: Frank Thurner (Gärtringen), Karin Gaiser (Magstadt), Daniel Wurster (Weissach-Flacht), Volker Stäbler (Weil im Schönbuch).

70 Jahre ehrenamtlich aktiv: Helga Bäuerle (Böblingen) und Otto Gerke (Grafenau).

65 Jahre: Gerhard Bengel und Kurt Hornikel (beide Ehningen), Walter Hamrik (Sindelfingen), Horst Schmauder (Höfingen).

60 Jahre: Horst Böß (Kuppingen), Hilde Braun (Holzgerlingen/Altdorf), Hildegard Fuchs, Marta Heller und Marianne Kilper (alle Rutesheim), Georg Jung (Deckenpfronn), Kurt Schmidt (Böblingen).

55 Jahre: Stefan Engl (Böblingen), Gerhard Kolb (Herrenberg), Rinaldo Meazzi (Höfingen), Oskar Morlok und Adolf Nietsch (beide Mötzingen-Oberes Gäu), Walter Preußer und Günther Riedmüller (beide Steinenbronn), Dr. Kurt Weber (Weissach-Flacht), Peter Winter (Magstadt).

50 Jahre: Edmund Gneist (Holzgerlingen/Altdorf), Ernst Gommel und Marita Pfitzenmaier (beide Weissach-Flacht), Renate Kottke (Kreisverband), Ursula Rempp (Weil der Stadt).

40 Jahre: Monika Arzt und Dr. Wolfgang Hermann (beide Weil der Stadt), Matthias Augustin und Andreas Schölzke (beide Holzgerlingen/Altdorf), Marga Benesch (Mötzingen-Oberes Gäu), Thomas Binder (Leonberg), Wolfram Bunk und Michael Majer (beide Sindelfingen), Sandra Ertz und Horst Gaiser (beide Magstadt), Uta Gungl (Böblingen), Dr. Reiner Heeb (Kreisverband), Klaus Kreh und Ulrich Schweidler (beide Weissach-Flacht), Ralf Krottenthaler (Rutesheim), Klaus Lauer (Herrenberg), Uwe Polzin (Renningen), Helga Weiss (Hildrizhausen).

25 Jahre: Sven Bast (Herrenberg), Jennifer Dankesreiter (Steinenbronn), Daniel Fröhlich, Thorsten Rühle und Bertram Schier (alle Weil der Stadt), Markus Gorhan und Ursula Jarosch (beide Holzgerlingen/Altdorf), Petra Groß, Monika Krottenthaler und Doris Sprecher (alle Rutesheim), Ulf Haase und Lutz Haase (beide Schönaich), Thomas Häusel und Jessica Herrmann (beide Aidlingen), Ursula Reger (Leonberg), Wolfgang Schmidt (Gärtringen), Michael Steindorfner (Renningen).

10. May 2019 15:00 Uhr. Alter: 14 Tage