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Wolfgang Heubach
Pressesprecher des DRK-Kreisverbandes Böblingen e. V.


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Vier "Schutzengel" retten als Ersthelferinnen ein Menschenleben - DRK würdigt beherztes Eingreifen - Kegreiß: Bewusstes Signal an die Bevölkerung

Dramatische Sekunden und Minuten in der Herrenberger Innenstadt, in der es um Leben und Tod ging: Ende Januar brauch ein Mann plötzlich zusammen, sank einem Passanten in die Arme. Wie sich herausstellte, hatte er einen Herzinfarkt erlitten.

Vier Lebensretter vom DRK in Herrenberg geehrt (von links): DRK-Ortsvereinsvorsitzender Edgar Ziegler, Manuela Friedrich, Ute Buhlmann, Margot Renz-Braitmayer, Sabine Jaekel, Leitende Oberäztin Dr. med. Regina Weber-Hall und DRK-Kreisbereitschaftsleiter Rainer Kegreiß.

Die Atmung setzte aus, der Puls war nicht mehr wahrnehmbar. Zum selben Zeitpunkt führte ein mehr als glücklicher Zufall zufällig vier Damen an den Ort des Geschehens. Allesamt in Erster Hilfe ausgebildet. Was sich für den Betroffenen als lebensrettend erwies.

Der Notruf 112 wurde abgesetzt und die vier Schutzengel machten sich unverzüglich ans Werk: Herzdruckmassage und weitere Reanimationsmaßnahmen. Professionell in jeder Hinsicht. Bis der DRK-Rettungsdienst eintraf. Das fachlich versierte Damen-Quartett arbeitete weiter, so daß sich die Angehörigen des DRK-Rettungsdienstes um andere wichtige medizinischen Versorgungsmaßnahmen kümmern konnten. Es wurde Hand in Hand gearbeitet. Mit Erfolg, denn als der Notarzt eintraf, hatte der Mann wieder einen nahezu stabilen Kreislauf, wie unlängst DRK-Kreisbereitschaftsleiter Rainmer Kegreiß anerkennend feststellte, als die vier Lebensretterinnen für ihre schnelle und gezielte Hilfe im Herrenberger DRK-Haus geehrt wurden.

Kegreiß fand es bei der kleinen Ehrungsfeier "wunderbar", daß die vier Damen, die wie gesagt der Zufall unabhängig voneinander zusammenführte, "so beherzt und mutig reagiert haben. Sie haben mitgeholfen, ein Menschenleben zu retten", attestierte der DRK-Kreisbereitschaftsleiter dem Quartett. Leider sei dies nicht der Alltag, meinte Kegreiß, denn es sei leider teilweise eine Interessenlossigkeit bei derartigen plötzlichen Unglücksfällen festzustellen. Deshalb habe man sich zu dieser Ehrung entschlossen, um einmal den großartigen Einsatz der vier Lebensretterinnen zu würdigen und andererseits ein bewusstes Signal an die Öffentlichkeit zu geben.

In diese Kerbe hieb auch der Herrenberger DRK-Ortsvereinsvorsitzende Edgar Ziegler: "Die vier Damen haben mit hoher Qualität gearbeitet. Und das ist entscheidend für den medizinischen Erfolg gewesen." Dadurch sei dem Betroffenen ein "normales Weiterleben" ermöglicht worden, denn der Patient sei nach Behandlung im Klinikum Sindelfingen wenig später in die Reha entlassen worden und inzwischen wieder voll hergestellt.

Ziegler wie auch die Leitende Oberärztin Dr. med. Regina Weber-Hall vom Krankenhaus Herrenberg unterstrichen ebenfalls, wie entscheind in ähnlich gelagerten Fällen sofortiges Handeln ist: "Jede Minute, die verloren geht, kann nicht mehr eingeholt werden !" Ziegler verwies im übrigen darauf - gewissermassen als Vorbild für Deutschland -, daß in Skandinavien rund 70 Prozent der Bevölkerung zur Wiederbelebung befähigt seien. Hier habe Deutschland noch einen großen Nachholbedarf.

Kegreiß, Ziegler und Weber-Hall machten in diesem Zusammenhang auch auf die Initiative "ein Leben retten" aufmerksam. Ziel sei es, weite Bevölkerungskreise dazu anzuregen, sich als Ersthelferinnen und Ersthelfer ausbilden zu lassen. Das sei sehr einfach, man müsse lediglich drei Dinge berücksichtigen: Prüfen, rufen, drücken.

Rainer Kegreiß händigte den vier Lebensretterinnern Margot Renz-Braitmayer und Ute Buhlmann (beide Herrenberg-Gültstein), Sabine Jaekel aus Heidenheim an der Brenz (sie war am betreffenden Tag auf Verwandtenbesuch in Herrenberg) und Manuela Friedrich aus Herrenberg eine von Michael Steindorfner, dem Präsidenten des DRK-Kreisverbandes unterzeichnete Urkunde sowie ein kleines Geschenk aus. "Sie sind die Ersten im Landkreis Böblingen, die diese Urkunde erhalten. Das soll vielen anderen Menschen ein Anreiz sein, es Ihnen gleich zu tun, und sich in Erster Hilfe ausbilden zu lassen. Denn ein solcher Mut zum Helfen ist notwendig. Überlebensnotwendig wie das Herrenberger Beispiel beweist."

3. June 2018 11:00 Uhr. Alter: 22 Tage