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Wolfgang Heubach
Pressesprecher des DRK-Kreisverbandes Böblingen e. V.


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Präsident Steindorfner würdigt DRK-Betreuungsverein: Seit 25 Jahren "Dienst am Nächsten" geleistet - Ehrenamtlich-bürgerschaftliches Engagement besonderes Kennzeichen

"Der Betreuungsverein des DRK-Kreisverbandes Böblingen hat in den zurück liegenden 25 Jahren knapp 3 000 Menschen betreut. Die vielen ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer sowie die hauptamtlichen DRK-Kräfte haben dabei mit ihrer Unterstützung, Beratung, Betreuung und oft damit einhergehend auch menschlichen Zuneigung ein Zeichen wahrer Menschlichkeit und Nächstenliebe gesetzt, das nicht hoch genug eingeschätzt werden kann."

Seit 1992 als ehrenamtlicher Betreuer aktiv: Ewald Conradt (rechts). Michael Steindorfner, Präsident des DRK-Kreisverbandes Böblingen (links), freut sich mit dem "Mann der ersten Stunde".

Inge Proft, Dreh- und Angelpunkt der Verwaltung seit 1993, wurde ebenfalls von Präsident Michael Steindorfner geehrt.

Gabriele Krusche-Löbbert, erste Leiterin des Betrreungsvereins, bei der Ehrung durch Präsident Michael Steindorfner.

25 Jahre Betreuungsverein des DRK-Kreisverbandes Böblingen. Vordere Reihe von links: Ewald Conradt, Gabriele Krusche-Löbbert, Andrea Hofmann (Hauptamtliche Betreuungsverein), Inge Proft, Präsident Michael Steindorfner, Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach. Hintere Reihe von links: Andreas Nowack (Geschäftsbereichsleiter Soziale Dienste im DRK-Kreisverband), Sozialdezernent Alfred Schmid (Landratsamt Böblingen), Michael Kiess und Klaus Kundmüller.

 Mit diesen Worten würdigte Michael Steindorfner, der Präsident des DRK-Kreisverbandes Böblingen, das 25-jährige Bestehen des DRK-Betreuungsvereins in einer Feierstunde im Großen Foyer des DRK-Zentrums auf dem Flugfeld Böblingen-Sindelfingen. Vor zahlreichen Gästen, unter ihnen der Bundestagsabgeordnete Marc Biadacz, die Landtagsabgeordneten Thekla Walker und Paul Nemeth sowie der Ehrenvorsitzenden des DRK-Kreisverbandes Böblingen, Dr. Reiner Heeb, sprach der Präsident für diesen "Dienst am Nächsten" allen Ehren- und Hauptamtlichen Dank und Anerkennung aus.

Steindorfner erinnerte daran, daß der Betreuungsverein des DRK-Kreisverbandes Böblingen am 15. November 1992 seine Tätigkeit augfegnommen habe. Mit der im gleichen Jahr 1992 in Kraft getretenen Reform des Vormundschaftsrechts habe der Bundesgesetzgeber eine völlig neue Rechtsvertretung für Menschen geschaffen, die auf Grund einer Behinderung oder Erkrankung ihre Rechte nicht selbständig wahrnehmen können. Das Reformvorhaben sei von ihm als damaliger Abteilungsleiter im baden-württembergischen Justizministerium begleitet und mitgestaltet worden. "Wir wollten weg von den Begriffen Entmündigung und der rechtlichen Geringschätzung der Menschen, die nicht mehr für sich selbst sorgen konnten. Zielsetzung war und ist eine persönlich durchgeführte rechtliche Vertretung, die sich ausschliesslich am Wohl des betreuten Menschen sowie dessen Wünschen und Lebensentwurf orientiert", betonte Michael Steindorfner. Und man habe dabei ganz bewusst auf das ehrenamtlich-bürgerschaftliche Element gesetzt. Zur Zeit seien 79 ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer sowie drei hauptamtliche Kräfte in dieser Einrichtung des DRK-Kreisverbandes aktiv. Die Ehrenamtlichen erhielten eine minimale Aufwandsentschädigung für ihren Dienst, der lediglich ein kleiner Ausgleich für persönliche entstehende Kosten sei. Bei den Hauptamtlichen habe sich seit 2005 die anteilige staatliche Vergütung nicht geändert. Der DRK-Kreisverband trage deshalb seit zwölf Jahren alle Tariferhöhungen aus eigenen Mitteln. Ein Versuch des Bundesgesetzgebers, notwendige Anpassungen vorzunehmen, sei leider an den Ländern gescheitert. Der Präsident warf in diesem Zusammenhang die bohrende Frage auf, ob der Staat für Menschen, die anderen auf Hilfe dringend angewiesenen Menschen helfen würden, kein Geld übrig habe. Auch scheine es keine Lobby dafür zu geben. Er appellierte deshalb eindringlich an die Vertreterinnen und Vertreter der Politik, für eine angemssene staatliche Vergütung der hauptamtlichen Kräfte zu sorgen.

Drei Pioniere

Mit kleinen Geschenken bedachte der Präsident Gabriele Krusche-Löbbert, die von 1992 bis zum ihrem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2010 die erste Leiterin des Betreuungsverein war, Ewald Conradt, der seit 25 Jahren ununterbrochen im Betreuungsverein tätig ist sowie Inge Proft, die seit 1993 für alle notwendigen Verwaltungsaufgaben im Betreuungsverein verantwortlich zeichnet.

Michael Kiess, seit 2010 als Nachfolger von Gabriele Krusche-Löbbert Leiter des DRK-Betreuungsvereins, schilderte detailliert die Aufgaben seiner Einrichtung und wies dabei zugleich auf die gute Zusammenarbeit mit anderen einschlägigen Organisationen hin. Kiess unterstrich außerdem die zentrale gesellschaftspolitische Bedeutung des Betreuungsvetreins. Insbesondere im Blick auf den demografischen Wandel.

"Mit dem bereits eingesetzten demografischen Wandel gehen auch die Zunahme demenzieller Erkrankungen sowie eine gleichzeitige Abnahme der familiären Hilfen einher. Hier greifen nun die Maßnahmen des Betreuungsvereins - mit steigender Tendenz". Die Arbeit im DRK-Betreuungsverein sei eine gleichermassen sinnstiftende wie verantwortungsvolle Aufgabe für alle diejenigen, die sich ehrenamtlich im sozialen Bereich engagieren möchten. Dazu biete gerade das Rote Kreuz ein weites Betätigungsfeld. "Wir arbeiten im Roten Kreuz alle zusammen Hand in Hand. Das macht uns stark für unsere Aufgaben, aber damit stärken wir uns auch gegenseitig, um unseren Aufgaben in höchstem Maße gerecht werden zu können", erklärte Michael Kiess.

Persönlicher Erfahrungsbericht

Klaus Kundmüller, ehrenamtlicher Betreuer, gab in einem bewegenden Erfahrungsbericht ganz persönliche Einblicke in seine Arbeit. "Eine  ehrenamtliche Betreuung zu führen bedeutet oft, mit Sachverhalten konfrontiert zu sein, von denen man nicht dachte, daß sie einen jemals im Leben betreffen könnten." Dennoch stehe man mit allen Fragen und Problemen nicht allein, sondern werde durch den Betreuungsverein, die Betreuungsbehörde und die Betreuungsgerichte nach Kräften unterstützt und ernstgenommen.

Sozialdezernent Alfred Schmid vom Landratsamt Böblingen zollte den Ehrenamtlichen ebenfalls großen Respekt. Er lobte die vertrauensvolle partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen allen Verantwortlichen und wies ebenfalls auf die Bedeutung und Folgen der demografischen Entwicklung hin.

Die Feierstunde wurde musikalisch von Igor Petrov und Tobias Götzmann von der Schule für Musik, Theater und Tanz der Stadt Sindelfingen gestaltet.

19. November 2017 11:00 Uhr. Alter: 23 Tage