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Wolfgang Heubach
Pressesprecher des DRK-Kreisverbandes Böblingen e. V.


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Präsident Michael Steindorfner würdigt Jubilare: "Sie sind es, die das Rote Kreuz tragen"

"Wir brauchen im Roten Kreuz Menschen, die für ihre Aufgabe brennen und die ein Ziel vor Augen haben, das ihnen wichtiger ist als die eigenen Empfindlichkeiten und Mimosen. Wir brauchen Leute, die nicht gleich beleidigt sind und sich in ihr Schneckenhaus zurückziehen, wenn es mal nicht nach ihren Vorstellungen und Wünschen geht.

Ehrungsreigen beim DRK-Kreisverband Böblingen mit Präsident Michael Steindorfner.

Gaben der Veranstaltung eine beschwingt-heitere musikalische Note: Igor Petrov-Schell und Klaus Kreczmarsky.

40, 35 und 30 Jahre hauptamtlich tätig (von rechts): Präsident Michael Steindorfner, Thomas Jarmer (30), Georg Seyfried (35), Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach, Rainer Müller (40) und Rettungsdienstleiter Gerhard Fuchs.

Die sich wieder zurückbesinnen auf das, was ein Henry Dunant vor über 150 Jahren so schlicht und doch erfolgreich einfach getan hat, nämlich anderen ohne wenn und aber zu helfen, zuzupacken, ohne lange drumherum zu reden. Dann werden wir auch in diesem Sturm einer sich gewaltig verändernden Welt eine gute Zukunft haben. Denn man wird immer Menschen brauchen, die anderen helfen, die  ihnen eine Stütze sind und in schwierigen Zeiten wie auch Notlagen ihre ganze Kraft und ihr großes Können und Wissen für diese Hilfe im Dienste dieser Menschlichkeit einbringen." Dies unterstrich Michael Steindorfner, der Präsident des DRK-Kreisverbandes Böblingen, bei der traditionellen Ehrungsveranstaltung für langjährige hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die jährliche Feierstunde fand zum zweiten Mal im neuen DRK-Zentrum auf dem Flugfeld Böblingen-Sindelfingen statt. Sie setzte zugleich den Schlußpunkt unter das Jubiläumsjahr des DRK-Kreisverbandes Böblingen aus Anlass seines 150-jährigen Bestehens. Präsident Steindorfner erinnerte in diesem Zusammenhang an die glanzvolle und in ihrem Ablauf einzigartige Jubiläums-Gala im Europasaal der Kongresshalle Böblingen.

"Motto Verpflichtung und Wegweiser"

Insgesamt wurden 39 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre jahrzehntelange Tätigkeit im Roten Kreuz geehrt und 13 in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Michael Steindorfner bescheinigte allen 52, die an diesem Abend im Großen Foyer des DRK-Zentrums geehrt oder verabschiedet wurden: "Sie sind es, die das Rote Kreuz tragen. Ohne Sie gäbe es diese weltweit agierende größte Hilfsorganisation nicht, könnte sie auch gar nicht existieren und nicht so viel Gutes bewirken." Steindorfner erklärte weiter, der DRK-Kreisverband Böblingen habe ein Wort von Henry Dunant als Motto über das Jubiläumsjahr gestellt, das dem DRK-Kreisverband zugleich Verpflichtung und Wegweiser auch für die weitere Zukunft sein solle wie es die Arbeit in den zurück liegenden 150 Jahren getragen habe. Es laute: "Helfen, ohne zu fragen wem." Diesem Motto hätten in einer ganz besonderen Weise gerade auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rechnung getragen, die nun schon seit 15, 20, 25, 30, 35 und 40 Jahren ihr Engagement und ihre Arbeitskraft auf beispielgebende Art und Weise in den Dienst des Roten Kreuzes gestellt haben, sei es im Rettungsdienst und Krankentransport, in den elf Altenpflegeheimen des DRK-Kreisverbandes Böblingen, in den breit gefächerten Sozialen Diensten oder in der Verwaltung und dem Management.

"Lassen nicht am Humanitären Völkerrecht rütteln"

Alle Jubilarinnen und Jubilare würden ihre hauptamtliche Tätigkeit auf die Ideale und die Ziele der weltumspannenden Rotkreuz-Bewegung gründen. Denn in nicht weniger als 190 Staaten von insgesamt 194 Staaten auf dieser Welt gebe es nationale Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaften. Das unterstreiche die universelle Bedeutung dieser größten Hilfsorganisation der Erde. "Diese Zahl beweist aber zugleich, wie wichtig, ja lebensnotwendig die Tätigkeit unserer gesamten Organisation tagtäglich ist. Kriege, Flucht, Vertreibung, Folter und Mord aus religiösen oder ethnischen Gründen sowie folgenschwere Naturkatastrophen lassen Abermillionen Menschen in Angst und Schrecken leben. Wir müssen dies leider im Nahen und Mittleren Osten genauso erleben wie in Afrika, Asien, Südamerika aber auch bei uns in Europa. Die Flüchtlingswelle im vergangenen Jahr, die zahllosen Tragödien bei der Flucht über das Mittelmeer, führen uns das tagtäglich vor Augen. Das Humanitäre Völkerrecht, ein Kernmerkmal des Roten Kreuzes, wird buchstäblich mit Füssen getreten. Das Humanitäre Völkerrecht ist jedoch ein untrennbarer Bestandteil unserer gesamten Arbeit. Deshalb muss diesem Recht wieder Geltung und Achtung rund um den Globus verschafft werden. Daran lassen wir nicht rütteln!", betonte Präsident Michael Steindorfner.

"Welt scheint aus den Fugen zu geraten"

Steindorfner sagte, während es uns alles in allem eigentlich recht gut gehe, scheine die Welt aber bereits unmittelbar vor unserer Haustür zunehmend aus den Fugen zu geraten. Was eben noch unsere Gesellschaft hier in Deutschland und Europa geeint habe, drifte in geradezu rasanter Geschwindigkeit immer mehr und immer weiter auseinander. Stabilisierende Faktoren wie beispielsweise ein allseits anerkanntes Wertesystem würden beständig fragiler. Das Zusammengehörigkeitsgefühl breche immer mehr weg. Jeder sei sich nur mehr der Nächste, das gelte für die nationale und europäische Politik genauso wie für den beruflichen und auch privaten Bereich. Hass-Tiraden in den sozialen Medien bestimmten zunehmend das menschliche Miteinander oder besser Gegeneinander. Ängste, mit dem technischen Wandel nicht mehr mitzukommen, auf eine immer fragiler werdende Arbeitswelt zu stoßen, das ganze Drumherum nicht mehr beherrschen und beeinflussen zu können, all dies öffne populistischen Kräften Tür und Tor. Es zählten plötzlich keine Fakten mehr. "Immer mehr regieren Gefühle und Emotionen. Man spricht von einem postfaktischen Zeitalter mit allen seinen politischen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten. Wen wundert es, wenn nun wieder die Stunde der Rattenfänger schlägt und ein nicht geringer Prozentsatz der Bevölkerung sogenannten einfachen Rezepten verfällt, wenn zunehmend Hass und Gewalt sich gegen Andersdenkende und Fremde Bahn bricht", beklagte der Präsident.

An chinesisches Sprichwort erinnert
Was dagegen tun?, fragte Michael Steindorfner. Und zitierte ein chinesisches Sprichwort: „Wenn der Sturm der Veränderung bläst, bauen die einen dagegen Mauern, die anderen Windmühlen.“ Daraus zog der Präsident die Schlussfolgerung: "Unsere Zukunft im Roten Kreuz kann ich nur im Bau von Windmühlen sehen. Wenn wir uns beim Bau dieser Windmühlen dann auch noch wieder stärker darauf besinnen, was diesen Windmühlen Stabilität verleiht, wie sie die Kraft des Sturmes in neue Energie verwandeln können, nämlich durch gelebte Menschlichkeit nach außen wie nach innen, durch ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit und eines echten Miteinanders statt lähmenden Gegeneinanders, dann werden wir auch mit noch so intensiven Veränderungen klar kommen und uns nicht unterkriegen lassen." Zu den Jubilarinnen und Jubilaren und den angehenden Ruheständlerinnen und Ruheständlern gewandt, stellte Michael Steindorfner in diesem Zusammenhang fest: "Ihr Wirken und Ihre Motivation ist unsere Antwort auf diese immer instabiler werdende Welt: Menschen zu beschäftigen, die ein Herz für andere haben und sich dafür mit ihrer Arbeitskraft einbringen, die anderen, hilfebedürftigen Menschen das Leben leichter machen." Darauf könnten die zu Ehrenden voller Stolz zurückblicken. Der Präsident verband dies mit herzlichen Worten des Dankes und der persönlichen Wertschätzung.

Die Feierstunde im festlich geschmückten Großen Foyer des DRK-Zentrums wurde musikalisch beschwingt-heiter von Klaus Kreczmarsky und Igor Petrov-Schell gestaltet und mit einem Bufett kulinarisch abgeschlossen.
An der Ehrungsveranstaltung nahmen auch Präsidiumsmitglied und Schatzmeister Wolfgang Frank, DRK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach sowie die Geschäftsbereichsleiter Guido Wenzel, Andreas Nowack und Klaus-Dieter Grossnick sowie Rettungsdienstleiter Gerhard Fuchs teil.

In den Ruhestand verabschiedet

Präsident Michael Steindorfner verabschiedete die nachfolgenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit allen guten Wünschen in den Ruhestand:
Ingrid Hering (Häuslicher Pflegedienst Leonberg und Sindelfingen), Getrud Muest (Altenpflegeheim Haus am Pfarrgarten Malmsheim), Hannelore Riexinger (Pflegezentrum Sindelfingen), Jutta Metz und Elisabeth Steinberger (beide Haus am Ziegelhof Holzgerlingen), Renate Benzinger, Monika Dehmke, Rita Müller-Reppich und Ingrid Walz (alle Haus am Rankbach Renningen), Dieter Bullinger, Stanislaus Reter und Walter Wölbl (Rettungsdienst), Karin Nuglisch (Haus am Marktplatz Rutesheim).

Die Ehrungsliste

Für 40-jährige Tätigkeit im  Roten Kreuz wurde Rainer Müller geehrt. Er ist seit 1991 Leiter der DRK-Rettungswache Leonberg.

35 Jahre: Thomas Offenhäußer (Nofallsanitäter der Rettungswache Leonberg) und Georg Seyfried (Rettungsassistent der Rettungswache Leonberg).

30 Jahre: Thomas Jarmer ((Rettungsassistent der Rettungswache Sindelfingen).

25 Jahre: Joachim Böttinger (Notfallsanitäter der Rettungswache Leonberg), Jürgen Kallenberger (Rettungsassistent der Rettungswache Herrenberg), Michael Maier (Qualitätsmanagement-Beauftragter der DRK-Rettungsdienst gGmbH und der Breitenausbildung im DRK-Kreisverband Böblingen, Mitglied des Betriebsrates Rettungsdienst), Monique Groenewegen (Pflegedienstleitung Häuslicher Pflegedienst Böblingen/Leonberg), Arbane Gashi ((Pflegezentrum Sindelfingen), Martin Hampe (Haus am Ziegelhof Holzgerlingen), Branka Zailac (Haus am See Böblingen), Brigitte Kunert und Yehia-Zakaria Amoudi (beide Haus am Rankbach Renningen).

20 Jahre: Michael Kieß (Leiter des Betreuungsvereins), Hannelore Janoch (Stellvertretende Leiterin Finanz- und Rechnungswesen), Ildiko Smakaj (Finanz- und Rechnungswesen), Irene Lennert (Allgemeine Verwaltung und Verbandskommunikation), Vera Reich (Pflegezentrum Sindelfingen), Diana Hahn (Haus am See Böblingen), Gesine Ntalakas (Wohnbereichsleitung Haus am Rankbach Renningen), Georg Hientz (Rettungsassistent der Rettungswache Sindelfingen, Mitglied des Betriebsrates Rettungsdienst).

15 Jahre: Sofia Buzurtanov (Haus am See Böblingen), Sabine Döbler, Saveta Osmani und Kathleen Siebenrock (alle Pflegezentrum Sindelfingen), Silke Gibella, Joanna Komander und Ludmilla König (alle Franziska-von-Hohenheim-Stift Jettingen), Florina Billes (Altenpflegeheim Magstadt), Margitta Hertel, Ramona Konrad, Christa Schmidt (Haus am Rankbach Renningen), Cornelia Scheffler (Widdumhof Rutesheim), Irngard Singer (Leiterin der DRK-Altenpflegeheime in Herrenberg und Jettingen), Eike Bühler (Stellvertretende Geschäftsbereichsleiterin der Sozialen Dienste), Ingrid Lahl (Häuslicher Pflegedienst), Jasminka Kamencic und Michaela Kühn (beide Finanz- und Rechnungswesen) und Renáta Blechová (Personalwesen).

29. November 2016 11:00 Uhr. Alter: 360 Tage