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Wolfgang Heubach
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"Eine wichtige Aufgabe für die Gesellschaft": Kreissparkasse unterstützt Dream-Doctor-Pilotprojekt für traumatisierte Kinder im Landkreis mit 10 000 Euro

Der DRK-Kreisverband Böblingen und das "Waldhaus" in Hildrizhausen wollen im Herbst dieses Jahres ein therapeutisches Pilotprojekt im Landkreis Böblingen starten: So genannte "Dream Doctors" sollen schwer traumatisierten Flüchtlingskindern wieder das Lachen lernen.

Kreissparkasse fördert Pilotprojekt mit 10 000 Euro (von links): DRK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach, KSK-Unternehmenskundenberater Wolfgang Heim, Präsident Michael Steindorfner, Dr. Detlef Schmidt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Böblingen, DRK-Projektverantwortliche Stefanie Batzlen und Dr. Bernhard Presstel, TC Team Consult.

In dieses Pilotprojekt sollen auch deutsche Kinder einbezogen werden. Die Kreissparkasse Böblingen hat jetzt über ihre Sozialstiftung das Projekt mit 10 000 Euro unterstützt. Dr. Detlef Schmidt, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Böblingen, zeigte sich bei der symbolischen Scheckübergabe im neuen DRK-Zentrum auf dem Flugfeld  begeistert von Idee und Konzeption. Er betonte zugleich, dass mit diesem Pilotprojekt eine wichtige Aufgabe für die Gesellschaft erfüllt werde. Es passe zudem hervorragend in die Förderungsgrundsätze der Kreissparkasse Böblingen.
 
Michael Steindorfner, der Präsident des DRK-Kreisverbandes Böblingen,  bedankte sich herzlich für den stattlichen Spendenbetrag sowie auch insbesondere dafür, dass eine Institution wie die Sozialstiftung der Kreissparkasse Böblingen zu den Förderern dieses Projektes zähle. Die Idee der "Dream Doctors" stamme aus Israel, wo in Krankenhäusern des Landes  "Dream Doctors" gewissermassen als fest angestellte Clowns tätig sind. "Kinder und Jugendliche, die teilweise Unsägliches in ihren durch Krieg erschütterten Heimatländern sowie auf der Flucht erlebt haben, sind auch bei uns im Kreis Böblingen. Ihnen wollen wir in Kooperation mit den erfahrenen Fachleuten der Jugendhilfe in Hildrizhausen helfen, damit sie wieder lachen und sich freuen können", erklärte Michael Steindorfner. Da es in Deutschland noch keine Erfahrungswerte auf diesem Gebiet gebe, solle nun  im Herbst dieses Pilotprojekt gestartet werden. Dazu sollen zwei Dream Doctors für zunächst drei Jahre engagiert werden. "Die Notwendigkeit, diesen traumatisierten und zumeist nur schwer ansprechbaren Kindern und Jugendlichen eine Perspektive zu geben, ist bei uns im Landkreis Böblingen gegeben", sagte der DRK-Präsident.
 
Planungen und Gespräche mit den Waldhaus-Verantwortlichen sowie den Sponsoren stehen nach den Worten Steindorfners vor dem Abschluss. Vorgesehen ist, die Kinder und Jugendlichen schon bei ihrer Ankunft zu betreuen und sie auch in ihrem weiteren Integrationsprozeß im Landkreis Böblingen zu begleiten. Um diesen durchgehenden und nachhaltigen Integrationsprozeß von Anfang an zu gewährleisten, ist das Projekt auf zunächst drei Jahre angelegt.
 
In einem ersten Schritt werden die Flüchtlingskinder und deren Familien bereits bei der Ankunft durch "Clowns" betreut, die von den Dream Doctors ausgebildet werden. Diese Clwons begleiten Kinder und deren Familienangehörige durch die einzelnen Stationen der Ankommens- und Integrationskette. "Ankunft, medizinische Erstuntersuchung, erstes und zweites Interview sind kritische Momente, die durch die Begleitung eines Clwons leichter und stressärmer für alle Beteiligten durchlaufen werden können", betonte Michael Steindorfner.
Der zweite Schritt ist der Dream-Circus, der in Form von Arbeitsgemeinschaften an Schulen und eventuell auch in Kindergärten stattfinden soll. Es handelt sich dabei um eine Circus-AG mit jährlichen Aufführungen. Ziel ist es, durch den Dream-Circus die Flüchtlingskinder in der Integrationskette weiter zu begleiten, um zu dem gewünschten besseren Einleben bei uns einen wichtig Beitrag zu leisten.
 
"Die Bündelung der menschlichen und fachlichen Kompetenzen erlaubt es, einen solchen Gesamtprozeß erfolgreich zu entwickeln und umzusetzen. Im Landkreis Böblingen wird  mit diesem Projekt zukunftsorientierte Pionierarbeit geleistet",  betonte Präsident Steindorfner bei der Scheckübergabe.

Dr. Bernhard Prestel, einer der Gründer des 1977 in Zürich gegründeten "TC Team Consult", die das Pilotprojekt auf Grund ihrer speziellen Erfahrungen und Kenntnisse auf diesem Gebiet betreut, wies darauf hin, dass es inwzischen 69 große Krankenhäuser in Israel gebe, die mit Dream Doctors erfolgreich arbeiten würden.  Auch bei dem schweren Erdbeben in Nepal sowie anderen Katastrophen seien diese Dream Doctors im Einsatz gewesen.

Präsident Steindorfner sagte ergänzend bei der Scheckübergabe, ein einwöchiger Workshop mit derm "Waldhaus" habe erfreuliche Ergebnisse gehabt: "Sprachbarrieren sind pantomisch gelöst worden. Es konnte problemlos ein sofortiger Kontakt zu den Kindern hergestellt werden." Das Pilotprojekt sei in der DRK-Kreisgeschäftsstelle im Geschäftsbereich Soziale Dienste von Andreas Nowack angesiedelt, die direkte Ansprechpartnerin und Verantwortliche sei Stefanie Batzlen. Ein Schwerpunkt werde außerdem die Ausbildung ehrenamtlicher Clowns sein. "Wir wollen einen großen Stamm Ehrenamtlicher ausbilden. Sie müssen nur eine Voraussetzung mitbringen: Ein Herz für Kinder haben !", umriss MIchael Steindorfner die weitere Zielsetzung. "Und wenn es gut läuft, ist eine Ausdehnung des Pilotproekts auch auf Landes- und Bundesebene denkbar. Vom DRK-Generalsekretariat in Berlin ist jedenfalls schon Interesse signalisiert worden."

Außer Frage steht für den Präsidenten des DRK-Kreisverbandes Böblingen, dass das Pilotprojekt "aus gesellschaftspolitischen Gründen notwendig ist und einem echten Bedürfnis entspricht". Zum anderen gehöre gelebte und praktizierte Menschlichkeit zu den Kernaufgaben des Roten Kreuzes. Deshalb wolle man das Projekt auch nicht nur auf Flüchtlingskinder beschränken. "Weil wir allen Menschen zur Seite stehen, die Hilfe bedürfen".

1. July 2016 11:00 Uhr. Alter: 1 Jahre