Sie sind hier: Aktuelles » DRK-Präsident Steindorfner bei Jubilarehrung: Ohne Ehrenamtliche funktioniert unsere heutige Gesellschaft nicht mehr - Helden sind die stillen Helfer

Wolfgang Heubach
Pressesprecher des DRK-Kreisverbandes Böblingen e. V.


Telefon:

01 51 - 17 41 22 76

eMail :

Weaheubach(at)aol.com

DRK-Präsident Steindorfner bei Jubilarehrung: Ohne Ehrenamtliche funktioniert unsere heutige Gesellschaft nicht mehr - Helden sind die stillen Helfer

Auf das "unverzichtbare ehrenamtliche Engagement der Rot-Kreuz-Helferinnen und -Helfer" hat der Präsident des DRK-Kreisverbandes Böblingen, Michael Steindorfner, bei der traditionellen Jubilarehrung seiner Organisation hingewiesen, die erstmals im neuen DRK-Zentrum auf dem Flugfeld Böblingen-Sindelfingen stattfand.

Die vom DRK-Kreisverband Geehrten mit Präsident Michael Steindorfner (Mitte) vor dem neuen DRK-Zentrum auf dem Flugfeld Böblingen-Sindelfingen.

Seit 60 Jahren ehrenamtlich aktiv (v.l.) DRK-Kreisbereitschaftsleiter Rainer Kegreiss, Dieter Fischer (Hildrizhausen), Horst Thurner (Gärtringen), Erich Dangelmaier (Ehingen) und Präsident Michael Steindorfner.

Mit Ehrennadeln in Gold des DRK-Kreisverbandes ausgezeichnet (von rechts): Präsident Michael Steindorfner, Gerald Wöllner (Maichingen), Klaus-Dieter Grossnick (Böblingen), Birgit Bux (Sindelfingen), Manuel Riehm (Weil der Stadt), Horst Gaiser (Magstadt) und DRK-Kreisbereitschaftsleiter Rainer Kegreiss.

Bürgermeister Johann Singer (Steinenbronn) wurde mit der Ehrenmedaille in Gold des DRK-Kreisverbandes ausgezeichnet. Rechts Präsident Michael Steindorfner.

Insgesamt sind dabei 62 Persönlichkeiten für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken und besondere Verdienste geehrt worden.

Ohne den tatkräftigen Einsatz der Ehrenamtlichen wäre der Staat längst überfordert, sagte Steindorfner.  Neben den Hauptamtlichen wirkten im DRK-Kreisverband Böblingen annähernd 1 400 Rotkreuzler überaus verdienstvoll im Hintergrund: "Sie pflegen, retten, betreuen, organisieren - helfen einfach. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement wird es sehr schnell kalt in unserer Gesellschaft, arm an Miteinander und Herzlichkeit. Ohne Ehrenamtliche funktioniert die heutige Gesellschaft nicht mehr", unterstrich Präsident. Michael Steindorfner. Er stellte in diesem Zusammenhang fest: "Die Helden beispielsweise bei der Flut-Bewältigung und Flüchtlingskrise sind nicht die eingeflogenen Politiker, sondern die stillen Helfer !"

Die Feierstunde im DRK-Zentrum, die zugleich mit dem 150-jährigen Bestehen des Roten Kreuzes im Kreis Böblingen zusammenfalle, solle ein Dankeschön für alle sein, die sich gemeinsam bemühen würden, unserer Gesellschaft ein soziales Gesicht zu geben. Der Präsident erinnerte dabei an ein Wort des französischen Philosophen und Schriftstellers de Vauvenargues um die Mitte des 18. Jahrunderts: "Menschlichkeit ist die höchste Tugend." Ohne es zu wissen oder zu ahnen, habe er mit diesem Zitat das Grundprinzip der weltweiten Rot-Kreuz-Bewegung auf den Punkt gebracht. Henry Dunant, der Gründer des Roten Kreuzes, habe später daraus einen Kernsatz der Rotkreuz-Tätigkeit entwickelt: "Helfen, ohne zu fragen wem."

Fünf Worte als oberster Grundsatz

Diese fünf Worte seien auch das Motto des Jubiläumsjahres 2016 im DRK-Kreisverband Böblingen. "Sie sind der oberste Grundsatz, aus dem jedwede Motivation für unsere Rotkreuzarbeit entspringt." Zu handeln aus "Liebe zum Menschen". Gemeint seien alle Menschen, ohne Ansehen von Herkunft, Religion, Alter oder Zugehörigkeit zu einem Land oder Kontinent. Präsident Steindorfner erklärte weiter, in diesen Worten "aus Liebe zum Menschen" liege eine gewaltige Herausforderung für das Rote Kreuz. "Hinter uns liegt ein Jahr, das in unübersehbarer, dramatischer Weise gezeigt hat, wie es auf dieser Welt aussieht und wie schlimm es um Frieden, um Gerechtigkeit und um Menschlichkeit bestellt ist. Lange Zeit wähnten wir uns in einer schönen, heilen Welt und mussten nun mit Erschrecken feststellen, welcher Illusion wir dabei aufgesessen sind." Steindorfner verwies dabei auf Dr. Lorenz Menz, den Präsidenten des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg, der dies in einer Rede sehr drastisch zum Ausdruck gebracht habe: "Da sind uns in den Gesichtern der Flüchtlinge die Brutalitäten auf dieser Welt, die Gewalttätigkeiten, die Unmenschlichkeiten begegnet. Da wird auf der Welt vertrieben, verfolgt, gemordet, wie wenn das Leben des Einzelnen keinen Wert mehr hätte." Gegen eine solch zerstörerische Welt gebe es nur ein Mittel, eine Gegenwehr: "Menschen, die sich vom Leitbild der Menschlichkeit leiten lassen, die mit ihrem ganzen Herzen für andere da sind, die ihnen beistehen und die zupacken und helfen. Menschen wie die Jubilarinnen und Jubilare."

Herzstück des Roten Kreuzes

Michael Steindorfner sprach von unzählig vielen Großtaten der Menschlichkeit, die von den zu Ehrenden tagaus, tagein sehr bescheiden und in aller Stille geleistet würden. "Wir können stolz sein auf dieses Rote Kreuz in unserer Region, in der die Grundsätze zu helfen, wo Not ist und zwar ohne Rücksicht auf Hautfarbe, Religion oder Herkunft, auf so eindrucksvolle Weise gelebt werden. Mir ist um unsere Zukunft nicht bange, solange wir ein so starkes, lebendiges Ehrenamt haben. Der freiwillige Einsatz von Menschen für Menschen ist nun mal das Herzstück des Roten Kreuzes seit Solferino. Von diesem ehrenamtlichen Einsatz, diesem Bürgersinn, der nur den Menschen sieht, wird das soziale Klima entscheidend abhängen", betonte der Präsident. Gerade dieses möchte der DRK-Kreisverband Böblingen in seinem Jubiläumsjahr ins Gedächtnis der Öffentlichkeit rufen und gleichzeitig auf die vielfältigen, sinnstiftenden Möglichkeiten eines Engagements im Roten Kreuz aufmerksam machen. "Wir wollen in unserem Jubiläumsjahr diese fantastische Idee des Roten Kreuzes wieder mehr in den Herzen der Menschen platzieren, weil es ohne Unterstützung dieser Idee einfach nicht geht und weil wir den Rückhalt in unserer Gesellschaft für unsere Arbeit brauchen."

Die Maximen der Jubilarinnen und Jubilare, die sich seit 25, 40, 50, 55, 60 und sogar schon seit 65 und 70 Jahren im Roten Kreuz engagieren würden, sind nach den Worten von Präsident Steindorfner: Handeln statt reden, helfen statt jammern, anpacken statt wegschauen und Verantwortung statt Gleichgültigkeit.

An der Feierstunde im neuen DRK-Zentrum nahmen unter andrem der Ehrenvorsitzende des DRK-Kreisverbandes Böblingen, Dr. Reiner Heeb, Landesdirektorin Renate Kottke, Präsidiumsmitglieder des DRK-Kreisverbandes sowie DRK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach teil. Die musikalische Gestaltung hatte eine Combo des Albert-Einstein-Gymnasiums Böblingen übernommen und für den kulinarischen Teil dieses harmonischen, rundum gelungenen  Abends zeichnete das bewährte Team des DRK-Ortsvereins Weil der Stadt mit Dr. Wolfgang Hermann und Klaus Bachhofer verantwotlich.

Standing Ovations gabe es für Irma Sigloch aus Renningen, die 1946 in das Rote Kreuz eingetreten ist, sich große und bleibende Verdienste um das Rote Kreuz in Renningen, im früheren Kreis Leonberg und danach im Kreis Böblingen erworben hat und noch heute als Vorstandsmitglied ihres Renninger Ortsvereins aktiv ist.

Die Ehrungsliste

Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes: Wolfgang Frank ( Ortsverein Renningen), Dr. med. Götz Knappe (Kuppingen-Oberjesingen), Dr. med. Rainer Merk ((Leonberg) und Edgar Ziegler (Herrenberg).

Ehrenmedaille in Gold des DRK-Kreisverbandes: Bürgermeister Johann Singer (Steinenbronn).

Ehrennadel in Gold des DRK-Kreisverbandes: Birgit Bux (Sindelfingen), Horst Gaiser ((Magstadt), Klaus-Dieter Grossnick (Böblingen), Manuel Riehm ( (Weil der Stadt) und Gerald Wöllner (Maichingen).

Ehrennadel in Silber des DRK-Kreisverbandes: Achim Bentel (Renningen), Günter Gorhan (Holzgerlingen/Altdorf), Michael Kleiner (Magstadt), Thomas Kunter (Herrenberg), Michael Majer (Sindelfingen) und Benjamin Richter (Steinenbronn).

70 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit: Irma Sigloch (Renningen).

65 Jahre: Friedrich Dengler (Mötzingen-Oberes Gäu) und Kurt Mögle (Steinenbronn).

60 Jahre: Erich Dangelmaier (Ehningen), Dieter Fischer (Hildrizhausen), Adolf Langer (Magstadt), Horst Thurner (Gärtringen).

55 Jahre: Herta Kastner (Aidlingen), Sebastian Kraft (Leonberg).

50 Jahre: Manfred Haug (Weil der Stadt), Gerlinde Kunter (Mötzingen-Oberes Gäu), Manfred Kunz (Grafenau), Helene Renz (Holzgerlingen/Altdorf), Renate Riethmüller (Herrenberg), Prof. Dr. med. Wolfgang Seidel (Sindelfingen) und Helmut Weidmann (Magstadt).

40 Jahre: Willy Ballhausen ((Steinenbronn), Hans-Albert Binder ((Rutesheim), Sonja Binder (Rutesheim), Christine Escher (Böblingern), Hilde Fetzer (Böblingen), Doris Gneist (Holzgerlingen/Altdorf), Anette Kreh (Magstadt), Irmgard Schmalz (Maichingen), Gerd Sprecher (Rutesheim) und Edgar Ziegler (Herrenberg),

25 Jahre: Dr. Bernd Binder (Holzgerlingen/Altdorf), Thomas Brückner (Sindelfingen), Jörg Bürglin (Hildrizhausen), Roland Ehret (Rutesheim), Dr. Alexander Failenschmid (Holzgerlingen/Altdorf), Thomas Fiederer (Aidlingen), Hedwig Fischer (Böblingen), Ralph Fuchs (Rutesheim), Erika Kleinmann (Magstadt), Angelika Kramer (Böblingen), Gerda Langer (Magstadt), Immaculada Lenz (Holzgerlingen/Altdorf), Daniela Reuter (Steinenbronn), Benjamin Richter (Steinenbronn), Martina Riethmüller (Kuppingen-Oberjesingen), Irmgard Schmid (Höfingen), Marianne Schüch (Böblingen), Erika Spresny (Böblingen), Bernhard Schneider (Sindelfingen) und Andreas Wolf (Aidlingen). 

4. May 2016 11:00 Uhr. Alter: 2 Jahre