DRK-Kreisvorsitzender Steindorfner würdigt ehrenamtliches Engagement: Bewundernswerte Zeichen von Menschlichkeit und Nächstenliebe gesetzt
"Was wir geben, macht glücklich." Dieses Wort des britischen Staatsmannes Sir Winston Churchill stellte der Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes Böblingen, Michael Steindorfner, gewissermassen als Motto über seine Laudatio für 36 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die sich seit Jahrzehnten in der Rot-Kreuz-Arbeit im Kreis Böblingen engagieren. Steindorfner unterstrich bei der traditionellen Ehrungsveranstaltung, die jährlich in Verbindung mit dem Weltrotkreuztag stattfindet, Churchill habe mit diesem Satz auf den Punkt gebracht, was selbstloses ehrenamtliches Engagement bedeute.
Steindorfner sagte, am Vorabend des Weltrotkreuztages habe sich die Rot-Kreuz-Familie wiederum in der Begegnungsstätte des "Hauses am Ziegelhof" in Holzgerlingen versammelt, um 36 verdiente Persönlichkeiten zu ehren und auszuzeichnen, die sich seit 25, 40, 50, 55 oder sogar 60 Jahren selbstlos in den Dienst der weltumspannenden humanitären Einrichtung des Roten Kreuzes gestellt und sich in herausragender Weise ehrenamtlich engagiert hätten. Sie alle seien leuchtende Beispiele dafür, daß in unserer Gesellschaft, in der Werte und menschliche Bezüge verloren oder verschüttet zu gehen drohten, ihr Leben und ihre Überzeugungen in den Dienst des Roten Kreuzes gestellt zu haben. Das bedeute, zur Stelle zu sein, wenn es darum gehe, Menschenleben zu retten, Hilfe und Beistand zu leisten, persönliche Zuwendung und Nähe zu geben, da zu sein in den schicksalhaften Wechselfällen des Lebens. Daß diese Schicksale und Tragödien in unserer Zeit nicht weniger geworden seien, beweise der tägliche Blick in die Medien. "Deshalb ist es gut wissen, daß die großartige Idee von Henry Dunant, Zeichen wahrer Menschlichkeit zu setzen, von den ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfern des Roten Kreuzes bis in unsere heutige Zeit fortgetragen wird. Gewissermassen - um ein olympisches Bild zu nehmen - wie eine Fackel, die von Generation zu Generation weitergegeben wird und deren Flamme nie erlischt", betonte Michael Steindorfner.
Dieses "Feuer der Nächstenliebe" habe Henry Dunant vor unmehr über 150 Jahren nach den schrecklichen Ereignissen der Schlacht von Solferino entfacht. Es sei daraus ein weltweiter "Flächenbrand" entstanden. Ein "Flächenbrand", der anderen allerdings nicht Schaden zufüge und zerstöre, sondern genau das Gegenteil bewirke: Beseelt von den Ideen und Idealen Henry Dunants sei seine gewaltige Kraft zu spüren, wenn Kriege, Naturkatastrophen, Not, Elend, Vertreibung und Verfolgung die Menschen in Tod und Verzweiflung stürzen würden. "Dann ist für Millionen Menschen rund um den Globus das Rote Kreuz die letzte Hoffnung und der letzte Rettungsanker. So ist das Deutsche Rote Kreuz in über 50 Ländern der Erde aktiv. Gestützt auf über 5 000 Ortsvereine in ganz Deutschland. Wir alle sind ein Teil davon", erklärte der DRK-Kreisvorsitzende.
Vor diesem Hintergrund werde deutlich, daß die 36 Jubilare des DRK-Kreisverbandes Böblingen stolz sein dürften, persönlich dazu beigetragen zu haben, ebenfalls bewundernswerte Zeichen von Menschlichkeit und Nächstenliebe gesetzt zu haben. "Sie haben, liebe Jubilarinnen und Jubilare, Ihr Leben darauf ausgerichtet, dies täglich durch Ihr engagiertes Handeln in die Tat umzusetzen". Der ermordete amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King habe es so ausgedrückt: ?Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit.?
"Ihr Kompaß, Ihre Orientierung, liebe Jubilarinnen und Jubilare, ist auf Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit ausgerichtet. Damit sind Sie leuchtende Vorbilder geworden. Auf Sie alle trifft auch zu, was der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel als Titel für eine Autobiografie gewäht hat: ,Gewissen für das Ganze´ zu haben", bescheinigte Michael Steindorfner den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.
In seine Dankadresse an die Jubilarinnen und Jubilare schloß der DRK-Kreisvorsitzende auch die jeweiligen Familienangehörigen ein, die diesen "Dienst am Nächsten" mitgetragen hätten. "Sie alle zusammen legen Zeugnis davon ab, daß es ein erfülltes Leben gibt, ohne nur nach der Höhe der Gehälter oder der Größe der Autos zu schielen. Vielmehr kommt es auf den Grad unserer Hilfsbereitschaft und das Maß unserer Menschlichkeit an. So wie es Martin Luther King gesagt hat. Dafür stehen Sie und dafür steht das Rote Kreuz. In den Bereitschaften, in den Ortsvereinen, im Kreisverband Böblingen, in Land, Bund sowie weltweit", sagte Michael Steindorfner.
In Holzgerlingen werden geehrt:
Ehrennadel des Kreisverbandes in Gold: Edgar Ziegler (Herrenberg) und Dr. August Karst (Magstadt). Willy Raisch (Leonberg), der ebenfalls mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet werden sollte, ist am 28. März unerwartet gestorben. Zu seinem Gedenken erhoben sich die Anwesenden in Trauer von ihren Plätzen.
Ehrennadel des Kreisverbandes in Silber: Carmen Moll (Aidlingen), Karin Bopp (Böblingen), Peter Winter (Magstadt).
60 Jahre ehrenamtlich tätig: Gerhard Weber (Ortsverein Sindelfingen).
55 Jahre: Kurt Bernardin (OV Magstadt) und Roland Stütz (OV Holzgerlingen).
50 Jahre: Hilde Braun (Holzgerlingen), Paul Baur (Mötzingen), Werner Gayer (Mötzingen), Siegfried Weis (Mötzingen), Erich Müller (Herrenberg), Herbert Briehle (Sindelfingen).
40 Jahre: Renate Kottke (Kreisverband, Ehningen), Hans Kraus (Kuppingen), Edmund Gneist (Holzgerlingen), Gerhard Kolb (Herrenberg), Werner Burkhardt (Steinenbronn), Karl Bauer (Steinenbronn), Wilfried Göltenbott (Sindelfingen), Karl-Heinrich Kramer (Böblingen).
25 Jahre: Dagmar Reinhold (OV Aidlingen), Hans-Georg Herbinger (Flacht), Gabi Kudernatsch (Höfingen), Thomas Kalenda (Kuppingen), Dr. Götz Knappe (Kuppingen), Ralf Krottenthaler (Rutesheim), Doris Mittelmeier (Holzgerlingen), Kira Schölzke (Holzgerlingen), Herbert Mann (Leonberg), Reiner Supper (Steinenbronn), Dr. August Karst (Magstadt), Tatjana Reinshagen (Böblingen), Gerda Herbrich (Böblingen), Detlef Marx (Sindelfingen).
Die Feierstunde in der Begegnungsstätte des "Hauses am Ziegelhof" in Holzgerlingen, an der unter anderem der Ehrenvorsitzende des DRK-Kreisverbandes Böblingen, Dr. Reiner Heeb, DRK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach sowie zahlreiche Mitglieder des Kreisvorstandes teilnahmen, wurde musikalisch von Orchester-Mitgliedern des Schönbuch-Gymnasiums Holzgerlingen umrahmt, die erst Stunden zuvor von einer Konzertreise aus der Normandie zurück gekehrt waren.
Zur Erinnerung gab es für die Jubilarinnen und Jubilare wieder ein schön gestaltetes vierfarbiges Heft mit den jeweiligen Fotografien und persönlichen Daten. Kreisbereitschaftsleiterin Renate Kottke und Kreisbereitschaftsleiter Rainer Kegreiss überreichten den Jubilarinnen und Jubilaren ab 50 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit Blumengebinde sowie gerahmte Vierfarb-Fotos mit Motiven ihrer jeweiligen Heimatgemeinden. Auch für die übrigen Geehrten gab es kleine Aufmerksamkeiten. Nach dem Festakt servierte die Küchenbrigade des "Hauses am Ziegelhof" den Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Abendessen.
